Grenzen... (0238-1)

  • Andere, Deutsch
  • 1945-05-04
  • Dauer: 00:09:13

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, St. Margrethen, Konstanz, TG, Chiasso, TI, Italien, Como, Mailand: Situation kurz vor Ende von Weltkrieg-II (£) mit Flüchtlingen und ausländischen Kriegsgefangenen an Schweizer Grenze

Sequenzbeschrieb:
o.O., Deutschland Grenze (Schweiz) – Flüchtlinge hinter Stacheldrahtverhau wartend (194504)
o.O., Deutschland Grenze (Schweiz) – russische Kriegsgefangene Grenze überquerend
o.O., Deutschland Grenze (Schweiz) – Registrierung russischer Kriegsgefangener
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Flüchtlingsfrauen mit Kinderwagen
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Flüchtlinge auf Rheinbrücke
St. Margrethen, SG (Schweiz) – lachender BR Karl Kobelt Grenzsperre besuchend
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Grenzpolizisten Dokumente von Flüchtlingen kontrollierend
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Flüchtlingsgruppe Grenze passierend
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Abfahrt IKRK-Lastwagenkolonne
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – Grenzbeamte inmitten Stacheldrahtzaun
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – Schweizer ex-SS Hauptmann Einlass ersuchend
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – Schweizer und deutscher Offizier zusammen sprechend
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – deutsche Garnison Grenze überquerend
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – Untersuchung deutscher Soldaten
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – französischer Zollkommissär nach °Konstanz gehend
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – französische Soldaten werden vor CH-Grenze fotografiert
Kreuzlingen, TG, Grenze Konstanz Deutschland (Schweiz) – Schweizer Offiziere in Zivil vor deutschem Grenztor
Chiasso, TI (Schweiz) – Grenzposten
Chiasso, TI (Schweiz) – deutsche Truppe vor Kapitulation am Boden sitzend
Chiasso, TI (Schweiz) – Abmarsch Schweizer Offiziere
Chiasso, TI (Schweiz) – Abgabe von Gewehren
Chiasso, TI (Schweiz) – Ankunft US-Soldaten in Auto und Panzer
Chiasso, TI (Schweiz) – winkende Bevölkerung
Chiasso, TI (Schweiz) – Verhandlung zwischen US-Offizieren und deutsche Kommandanten
Chiasso, TI (Schweiz) – Einreihung weiterer deutscher Soldaten
o.O., Grenzgebiet CH (Italien) – Travelling Flüchtlingsmenge
Como (Italien) – °Garibaldi-Denkmal (194505)
Como (Italien) – US-Panzer unter Jubel der Bevölkerung fahrend
Como (Italien) – Befreiung italienischer Kriegsgefangener
Como (Italien) – Mann KP-Fahne in Höhe haltend an Bevölkerung-Umzug
Como (Italien) – Abtransport deutscher Kriegsgefangener
Mailand (Italien) – AA Dom und Platz mit Menschenmenge
Mailand (Italien) – Männer Gewehre abfeuernd
Mailand (Italien) – an Füssen aufgehängte Leichen von Benito Mussolini und Kollaborateuren
Mailand (Italien) – Leichen am Boden liegend
Mailand (Italien) – Partisanen bei Einfahrt der alliierten Armee

Communiqué:
Flüchtlinge und Gefangene. Befreiung von Chiasso, Como und Mailand. Das Ende der faschistischen Führer.

Begleittext:
Grenze im April 1945 selten haben wir die Bedeutung dieses Wortes so tief empfunden wie in diesen Tagen. Diese russischen Gefangenen sind die 50 Ueberlebenden einer Gruppe von 460 Menschen, die auf ihrem mühseligen Marsch in die Freiheit bei einem deutschen Gegenangriff in Maschinengewehrfeuer gerieten. Die Männer kommen aus den Fabriken von Dniepopetrowsks, aus den Kohlenbergwerken von Taschkent, aus den Wäldern Sibiriens, aus den Kolchosen der Ukraine, aus den Rüstungswerken des Ural. Sie sind erstaunt, dass man ihnen zu Essen gibt und Obdach verspricht, ohne sie zur Arbeit zu zwingen – wie tief muss ihr Vertrauen in fremde Menschen erschüttert sein! Eine Brücke über den schmalen Wasserlauf des alten Rheins. Quer über die Brücke läuft die Grenze, die auch hier zwei Welten trennt. Bundesrat Kobelt hat sich von der Wirksamkeit unserer Grenzsperre überzeugt. Jenseits der Sperre warten gegen hunderttausend Menschen auf Einlass – eine Kolonne von sechzehn Kilometern Länge. Dichtgedrängt stehen die Gehetzten, vom kalten Regen gepeitscht. Der Uebertritt in unser Land ist ihre Rettung aus Drohung und Schrecken. Eine Lastwagenkolonne des I.K.R.K. führt nach Deutschland, um Gefangene mit Lebensmitteln zu versorgen. Dann füllt sich die Brücke wieder mit den Flüchtlingen, die der Hölle entronnen sind. Kreuzlingen. Hier scheidet die quer über die Hauptstrasse gehende Grenze nur zwei Ortsteile. Es kommt „hoher Besuch“. Ein Schweizer – der als Offizier degradiert werden musste – hat als SS-Hauptmann den Deutschen gedient und sucht nun, nach dem Zusammenbruch, wieder Zuflucht in seiner ursprünglichen Heimat. Er wird in die Gefangenschaft abgeführt. Am anderen Morgen überstürzen sich die Ereignisse. Ein Meldefahrer hat die Nachricht gebracht, dass die Franzosen in Konstanz eindringen. Die Garnison, über deren Absichten man lange Zeit im Ungewissen war, wird sich von unseren Truppen internieren lassen. Frauen und Kinder wurden zur Seite gedrängt. Die Internierungsregeln lassen den vom Feinde verfolgten Truppen den Vortritt. Jeder Soldat wird genau untersucht, damit auf keinen Fall unerwünschte Gäste zu uns gelangen. Ein Zollkommisar, gegen den Spionageverdacht besteht, müsste sich nach seinem Grenzübertritt einem schweizerischen Militärgericht stellen. Er wählt die Rückkehr nach Konstanz. Jeden Augenblick können die Franzosen an der Grenze auftauchen. Hier sind sie. Und schon halten sie das Ereignis, an der Schweizergrenze angekommen zu sein, für das Photoalbum fest. Einige Schweizer Offiziere in Zivil gehen nach Konstanz, um die dringendsten Abmachungen mit der Besetzungsmacht, die nun an unserer Grenze steht, zu treffen. Dann schliessen sich die Sperren wieder, die uns vom Grauen des zuendegehenden Krieges trennen. Südgrenze. Eine deutsche Truppe ist unentschlossen: soll sie sich den Amerikanern ergeben, oder in Chiasso internieren lassen? Schweizer Offiziere leiten die heiklen Verhandlungen ein. Noch sind die Deutschen bewaffnet. Sie werden sich den Amerikanern ergeben. Die ersten amerikanischen Motorwagen und Tanks treffen in Ponte-Chiasso ein. Die amerikanischen Offiziere besprechen mit den deutschen Kommandanten die Uebergabebedingungen. Deutsche Soldaten, die von den Partisanen in einem Kino gefangen gehalten wurden, werden in die Kolonne der kapitulierenden Truppe eingereiht. Unsere Reporter fahren ins italienische Grenzgebiet ein. Das Denkmal Garibaldis wacht über dem befreiten Como. Die ersten amerikanischen Panzer werden mit Jubel begrüsst. Gefangene werden befreit. Freunde finden sich wieder. Freude bewegt die Menge. Das war einmal. Und hier sind ähnliche Szenen, wie wir sie bei der Befreiung unseres westlichen Nachbarlandes oft gesehen haben. Deutsche Gefangene werden in die Lager abgeführt. Freude und Begeisterung auf allen Strassen. Unsere Reporter, von der Wucht der Ereignisse mitgerissen, gelangen bis nach Mailand, der leidgeprüften Stadt, mit der uns so viele Beziehungen verbinden – . Hier hat sich der letzte Akt einer Tragödie vollzogen. Kalt weht uns der Atem der Geschichte an. Mit Erschütterung sind wir Zeugen einer Schicksalswende. Unser südliches Nachbarvolk hat eine Entscheidung getroffen. In das befreite Mailand ziehen, von den Partisanen geführt, die Vorhuten der alliierten Armee ein.

Communiqué_0238.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.