Nach 6 Jahren Krieg. (0268-1)

  • Deutsch
  • 1945-12-28
  • Dauer: 00:07:43

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, o.O.: Rückblick auf 6 Jahre Weltkrieg-II / Mobilmachung, Flüchtlinge, Internierte und Waffenstillstand

Sequenzbeschrieb:
o.O. (Schweiz) – Mobilmachung (1939)
o.O. (Schweiz) – Bundes-Wahlen
o.O. (Schweiz) – General Henri Guisan an Manöver
o.O. (Schweiz) – °Guisan-Rede (audio)
o.O. (Schweiz) – ZS Aktivdienst
o.O. (Schweiz) – fliegende schweizerische Kampfflugzeuge
o.O. (Schweiz) – IKRK-Kriegsgefangenendienst (1944)
o.O. (Schweiz) – Rede de Pury (°Abteilung für °fremde °Interessen)
Konstanz (Deutsches Reich) – Austausch verletzter Kriegsgefangener (1945)
o.O., Grenze zu CH (Frankreich) – Befreiung, Bevölkerung beim Grenzzaun (1944)
o.O., Grenze zu CH (Frankreich) – Alliierte Panzer in Stadt
Porrentruy, BE (Schweiz) – Ankunft Flüchtlinge
Basel, BS (Schweiz) – Flüchtlinge Grenze passierend (1945)
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Ankunft Flüchtlinge
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Abfahrt IKRK-Fahrzeuge
o.O., SH (Schweiz) – Ankunft Flüchtlinge
o.O., SH (Schweiz) – russische Soldaten-Internierte
Kreuzlingen, TG (Schweiz) – Deutsche Soldaten Grenze passierend
Chiasso, TI (Schweiz) – Deutsche Soldaten bei Grenze
Chiasso, TI (Schweiz) – Waffenabgabe
Genève, GE (Schweiz) – Waffenstillstand-Zeitungsschlagzeilen (19450507)
Genève, GE (Schweiz) – Feiernde in Strasse
Bern, BE (Schweiz) – Guisan an Militär-Parade
Bern, BE (Schweiz) – ZS BR Enrico Celio, Walther Stampfli und Karl Kobelt (1940), BR Ernst Nobs (1943), BR Max Petitpierre schwörend (1944)
Bern, BE (Schweiz) – Rede Laughlin Currie (°US-°Wirtschaftsdelegierter)
St. Margrethen, SG (Schweiz) – Heimreise russischer Internierter
o.O. (Schweiz) – Start TWA-Flugzeug
Dübendorf, ZH (Schweiz) – US-Kampfflugzeuge auf Landepiste
Bern, BE (Schweiz) – Rede BR-P Karl Kobelt
Europa (o.O.) – Bevölkerung bei Wiederaufbau von Dörfern

Communiqué:
Der knappe Rückblick, aus den Archiven der Schweizer Filmwochenschau zusammengestellt, zeigt das Bild der vom Kriege verschonten Schweiz, die das Glück hatte, den Reportern keinen sensationellen Stoff zu bieten.

Begleittext:
Damals wussten wir nicht, ob der Schrecken, der über Europa kam, uns erspart bliebe. Die Armee machte sich bereit, das Land zu schützen – nicht Grenzen und schöne Landschaften, sondern eine Art zu leben, frei über unsere Staatsform zu entscheiden, unsere Regierung selber zu wählen, ihr aus freiem Willen unser Vertrauen kund zu tun. Die Behörden hatten das Vertrauen der Nation nötiger als je. Die Schweiz war von den Mauern des Krieges umgeben. Jetzt musste die Vorsorge sich bewähren. Der eigene Boden musste mehr Brot geben. In General Guisan lebte der Geist unbedingten Widerstandes. Er sagte der Nation klar worauf es ankam:.... Und dann jenes schöne Wort:..... Alle waren, in diesem Geiste geführt, bereit, ihr Bestes zu tun, um das Land auf der Erde und in der Luft vor Drohung und Gewalt zu bewahren. Und die Schweiz, Zerstörung und Not umgeben, konnte arbeiten, bauen, im Frieden leben. Das rote Kreuz im weissen Feld hielten viele, die als Gefangene ihr graues Leben fristeten, für die Schweizerfahne. Helfen durften wir, statt zu leiden, vermitteln, statt zu hassen. Millionen Gequälter blickten nach Genf. Ueber 40 Staaten liessen sich durch die Schweiz diplomatisch vertreten. Japan meldete über Bern seine Kapitulation an. Die Abteilung für fremde Interessen löste auch humanitäre Aufgaben. Der Chef der Abteilung, Minister de Pury sagt darüber:...... Die Abteilung für fremde Interessen führte den Austausch Schwerverwundeter durch die Schweiz in Zusammenarbeit mit der Armee und dem Roten Kreuz durch. Der Krieg zeigte sich uns in seiner jammervollsten Gestalt. Als dies geschah, standen die Alliierten am Rhein, Frankreich war zum grössten Teil befreit. Der Ruf Libération, Befreiung, war im Sommer 1944 über den Jura gedrungen. Französische Freiheitskämpfer und alliierte Truppen operierten an unserer Westgrenze. Der Ring, den die Armeen der Diktatoren um die Schweiz gelegt hatten, war durchbrochen. Der Krieg zog an unserer Grenze vorüber, und wieder erlebten wir ihn nicht als Leidende, sondern als Obdach und Hilfe Gewährende. Wir seien ein Rettungsboot im Sturm, hatte ein Bundesrat gesagt. Nein antwortete ein Vertreter des Volkes, wir sind ein gut ausgerüsteter Ozeandampfer – es ist unsere Pflicht, alle Schiffbrüchigen aufzunehmen. Unsere Pflicht war es auch, Rettungsboote auszusenden in das Meer des Leidens, das uns umgab – und das uns noch heute umgibt. So kamen Bedrohte und Geschlagene zu uns, auch Russen, die dem Dritten Reich als Sklaven gedient hatten. Aber gleichzeitig mit den Versklavten kamen die besiegten Soldaten der Herrennation – überdrüssig des Eroberns, vom Schlagen müde. Und sie warfen ihre Waffen und ihren Stolz beiseite. Auch dies erlebten wir als ein Schauspiel an unserer Grenze, und nicht mit dem brennenden Herzen jener, die unter den Eroberern gelitten hatten. Und endlich schwiegen die Waffen in Europa! Erinnern wir uns noch der Freude jenes Tages? Der Krieg hatte uns kaum gestreift. Die Drohung fiel von uns ab. Wenige Monate später nahm der General Abschied von den Fahnen, sprach zum letzten Mal als Oberbefehlshaber der Armee:.... Die Oberste Landesbehörde hatte während des Krieges 6 neue Mitglieder erhalten. Die Bundesräte Celio, StampfIi, Kobelt und von Steiger, Nobs, und Petitpierre, der unser kleines Land vor einer Welt im Umbruch zu vertreten hatte. Das mächtige Amerika hatte uns noch während des Krieges durch Mr. Currie versprochen:....... Auch mit Russland sind wir endlich wieder ins Gespräch gekommen. Diese Bilder von der Heimreise der russischen Internierten sind ein bedeutsames Dokument. Was werden diese Männer in Russland über die Schweiz erzählen? Den Anschluss an die Welt von morgen zu finden, ist unsere nächste Aufgabe. Schon haben sich die Tore geöffnet. Schon haben die letzten Zeugen des modernen Krieges, die geflügelten Internierten, die Schweiz verlassen. Schon sind wir bereit, die dunkeln Nächte, in denen Städte in der Nachbarschaft in Trümmer fielen, zu vergessen. Schmerzliche Prankenschläge hat der Luftkrieg auch uns versetzt. Aber dürfen wir es wagen, sie mit dem Grauen in den Nachbarländern zu vergleichen? Für uns sind die Ruinen nichts als Bilder; wir schauen sie vom bequemen Sessel aus an. Dort aber müssen Menschen aus Trümmern mühsam Neues bauen. Wir blicken nach 6 Kriegsjahren auf unser schönes, unversehrtes Land. Zum Schritt ins erste Friedensjahr sagt unser neuer Bundespräsident:....

Communiqué_0268.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.