Importe (0270-3)

  • Deutsch
  • 1946-01-25
  • Dauer: 00:06:05

Beschreibung

Abstract:
Schweiz: Schwierige Transportwege für Importgüter aus dem kriegsversehrten Ausland

Sequenzbeschrieb:
o.O. (Schweiz) – Trick Transportrouten °Importgüter
Marseille (Frankreich) – Impressionen zerstörter Hafen, Frauen und Kinder Trümmer wegräumend
Marseille (Frankreich) – Markt, Polizisten Schwarzhändler kontrollierend
Toulon (Frankreich) – Ausladen von Getreidesäcken aus Schiff, Verladen der Säcke in SBB-Güterwaggons
Toulon (Frankreich) – deutsche Kriegsgefangene Güterwaggon schiebend
Toulon (Frankreich) – Abfahrt Dampfzug
Toulon (Frankreich) – Fahrt im Zug, Brücken-Provisorium neben zerstörter Brücke
Genève, GE (Schweiz) – Kontrolle der Güterwaggons am Zoll
Genève, GE (Schweiz) – Zöllner Waren in Lagerhalle kontrollierend
Genève, GE (Schweiz) – Abfahrt Fuhrwerk mit aufgeladenen Kisten
Chiasso, TI (Schweiz) – Einfahrt Zug mit Zisternenwaggons, Verladen von Gemüse-Harassen
Zürich, ZH (Schweiz) – Frauen auf dem Markt Gemüse einkaufend
Basel, BS (Schweiz) – Ankunft dänischer Lastwagen am Grenzübergang, Zollkontrolle
Basel, BS (Schweiz) – Ausladen von Fleisch, Kontrolle durch Veterinär
Renens, VD (Schweiz) – Aufschichten von Lebensmittelsäcken in Ausgleichslager

Communiqué:
Eine Sonderreportage, hergestellt in Zusammenarbeit mit „Pro Film“, Zürich. – Marseille, Toulon, Genf, Chiasso, Basel, Renens.

Begleittext:
Die Mauern des Krieges sind gefallen. Unsere Eingangstore stehen wieder offen. Wie steht es mit den Zufahrtshäfen? Waren von Toulon, von Marseille, von Lissabon kommen über Lyon-Genf, von Genua über Chiasso und vom Norden über Basel. Marseille – die Romantik des alten Hafens. Eine grausame Romantik, seit die Deutschen hier waren. Sie haben ein ganzes Hafenquartier niedergelegt – aus Ordnungsliebe, wie sie sagten. Die Bewohner erhalten sich am Leben, so gut es geht. Durch den öffentlichen Markt – oder durch den schwarzen Markt. Aber das geht nicht immer gut. Im neuen Hafen. Auch hier Zeichen der deutschen Besetzung. In Marseille liegt zur Zeit kein Schiff mit Waren für die Schweiz. Und in Toulon? Der Flugzeugträger Dixmuide bringt Kartoffeln für Frankreich. Der schwedische Frachter Ulla bringt Getreide für die Schweiz. Die SBB holen es mit eigenen Wagen ab. Zur Zeit sind rund 4000 SBB-Wagen im Ausland. Der völlig zerstörte Hafen wird mit grösster Energie wieder aufgebaut. Unfreiwillige Helfer: Deutsche Kriegsgefangene. Das Kriegsernährungsamt hat Siloanlagen nach Toulon gesandt. Damit werden Getreidefrachter in der halben Zeit entladen. Tag und Nacht wir hier gearbeitet. Tag und Nacht rollen die schweren Züge mit Waren nach der Schweiz. Durch die Provence nach Lyon, nach Genf. Hut ab vor den französischen Bahnarbeitern, die alle zerstörten Brücken zwischen Lyon und Genf in bemerkenswert kurzer Zeit wieder herstellten. Haben Sie nichts zu verzollen? Doch, zum guten Glück. Ganze Wagenladungen mit Weizen. Auch während des Krieges haben wir gegen 60% unseres Getreidebedarfes importiert. Die SBB mit ihrer zuverlässigen Organisation spielen in unserer Versorgung eine entscheidende Rolle. Sardinen aus Portugal. Wein aus Frankreich – wir liefern dafür Werkzeuge und Maschinen. Und in diesen groben Fässern? Essenzen für Parfümerie. Zöllner haben von Berufs wegen eine feine Nase. Was in diesen Ballen ist? Bitte: Reine Wolle. Der Zöllner muss sich darauf verstehen. Ein Teil der verzollten Waren kommt sofort in den Handel. Benzin, das über Genua kam. Dazu Heizöl für die amerikanischen Urlauber. Was von den Feldern und Gärten Italiens kommt, bleibt zum kleinen Teil im Tessin – wenige Stunden später haben wir’s in der deutschen Schweiz auf dem Markt. Und, wenn wir einen anständigen Lohn verdienen, auch in der Markttasche. Camions aus Dänemark, nach mehrtägiger Fahrt über die Strassen Deutschlands. Diese Camions ersetzen die Bahn. Die rechtsrheinische Eisenbahnlinie wird von der Besetzungsmacht verwendet. Die Franzosen brauchen Schienen, der Krieg hat sie arm gemacht. Die Dänen bringen uns besonders begehrte Nahrungsmittel. Auch mit der Bahn kommen Kühlwagen über Basel in die Schweiz. Seien Sie beruhigt – der Veterinär hat nicht mehr Fleischpunkte als unsereiner. Zum Schluss müssen wir Ihnen etwas gestehen! Der Staat hamstert. Die Rationierung könnte von einem einzigen ausbleibenden Schiff beeinflusst werden. Das Kriegsernährungsamt muss Ausgleichslager unterhalten. Wussten Sie, dass es Katzen im Bundesdienst gibt? Unsere Importreportage ist zu Ende – einmal wird auch die Rationierung zu Ende sein.

Communiqué_0270.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.