War Chiasso nötig? (1285-6)

  • Deutsch
  • 1967-11-10
  • Dauer: 00:01:56

Beschreibung

Abstract:
Schweiz, Bern, BE: Interview mit SBB-D Karl Wellinger zur Kontroverse um den Rangierbahnhof Chiasso

Sequenzbeschrieb:
Bern, BE (Schweiz) – AA Generaldirektion SBB
Bern, BE (Schweiz) – Statement SBB-D Karl Wellinger
Chiasso, TI (Schweiz) – Impressionen Rangierbahnhof mit Gebäuden, Zügen, Kontrollzentrum, Bahnarbeiter und Güterverlad

Communiqué:
Der neue Rangierbahnhof Chiasso hat über 170 Millionen Franken verschlungen. SBB-Generaldirektor Dr. Karl Wellinger entschärft persönlich die Kritiken, die vereinzelt diesbezüglich laut geworden sind.

Begleittext:
Der soliden und seriösen SBB ist vorgeworfen worden, sie habe beim neuen Güterbahnhof Chiasso falsch geplant und ihre Millionen schlecht investiert. Die Schweizer Filmwochenschau hat Herrn Generaldirektor Wellinger gefragt, was die SBB zu diesen Kritiken zu sagen hat. / "Dabei ist zu bedenken, dass Chiasso unser wichtigster Grenzübergang im Süden ist, und dass dieser Grenzübergang den weitaus grössten Teil des gesamten Gotthard-Güterverkehrs zu bewältigen hat, eines Verkehrs, der seit 1956 bis heute von rund 3,6 Millionen Tonnen auf gegen 9 Millionen Tonnen zugenommen hat. Dieser gewaltig anschwellende Verkehrsstrom, der für die Schweiz und für Europa gleicherweise von grosser Bedeutung ist, konnte in den vergangenen Jahren nur bewältigt werden dank dem systematischen Ausbau der Rangier- und der Zollanlagen von Chiasso. Beim Fahrplanwechsel vom 28. Mai dieses Jahres nun konnten die seit 1956 schrittweise erstellten und in Betrieb genommenen Anlageteile durch einen neuen Ablaufberg miteinander verknüpft werden und es war möglich, die ganze Betriebsorganisation dank des neuen Stellwerks in einer Hand zu vereinigen. Dies war ein grosser Schritt, erstmalig für einen internationalen Bahnhof, der nicht nur jeden Tag bis zu 2000 Wagen verarbeiten muss, sondern wo auch die mannigfaltigsten Arbeitsabläufe von zwei Bahnen und zwei Zollverwaltungen aufeinander abgestimmt werden müssen. Deshalb ergaben sich trotz sehr sorgfältiger Vorbereitung erhebliche Umstellungsprobleme. Dazu kommt, dass gewisse Mängel der Planung, kleinere Mängel der Planung erst durch die Praxis aufgedeckt werden konnten. Heute können wir feststellen, dass die Anlaufschwierigkeiten überwunden sind, und wir können die neue Organisation endgültig bereinigen". Herr Generaldirektor Wellinger hat seine Ausführungen damit beendet, dass es unangenehme Ueberraschungen gegeben habe, aber dass jetzt alles in's Reine komme.

Communiqué_1285.pdf
Dieses Dokument wurde mit der Unterstützung von Memoriav erhalten.